Eine Auswahl der Pressestimmen zu meinen Filmen

Pressestimmen zu ALLEIN

Ein großartiger Film.
ARD – tagesthemen 27.7.2005

„Allein“ wirkt wie eine „Bonjour Tristesse“-Version für 2005: eine schnörkellose Charakterstudie, behutsam und melodramatisch erzählt, und was ganz selten ist im deutschen Kino, von einer sinnlichen Eleganz. Manchmal kann man eben in einer Figur, in einem Gesicht eine ganze Generation vergegenwärtigen.
Süddeutsche Zeitung, 25.1.2005

Einer der aufregendsten und intensivsten deutschen Kinofilme des Jahres. „Allein“ hat die magnetische Wirkung einer vollendeten filmischen Erzählung.
Bayerischer Rundfunk

Seit Jahren hat es im deutschen Kino keinen Film mehr gegeben, der ein Lebensgefühl so intensiv vermittelt. Herausragend.
TIP Berlin 16/2005

Thomas Durchschlag, der auch das Drehbuch geschrieben hat, hat einen tief beeindruckenden Film geschaffen – nicht zuletzt Dank der brillanten Hauptdarstellerin Lavinia Wilson. Sie lässt zu keinem Zeitpunkt einen Funken Zweifel an der Figur Maria aufkommen. Wenn sie traurig ist, ist sie traurig, wenn die Leere sie überkommt, ist in ihrem Blick nur noch Leere, wenn sie einen der wenigen Augenblicke des Glücks erhascht, dann ist ihr Gesicht ein einziges Strahlen. Meisterhaft spielt sie die Klaviatur der schnellen Emotionswechsel – jongliert mit Sprachebenen und Tonfall.
Saarländischer Rundfunk

Müde Augen, die der Kamera nicht standhalten wollen, Unsicherheit und eine Stimme, die über alle Ängste und Schüchternheiten hinwegtäuschen soll. Das ist Maria, die mit ihren Gefühlen nicht klarkommt, die mit allen Männern Sex haben muss, die sie etwas zu lange ansehen, die eine gute Freundin hat, und die dann den einen findet, der sie liebt. Maria ist Lavinia Wilson. Sie ist die Hauptdarstellerin von „Allein“, dem Debütfilm des 30jährigen Thomas Durchschlag. (…) „Allein“, das ist ein Nichts an Geschichte, dafür Blicke, Emotion, Bewegung und Rhythmus und dabei ein Wunder an Erzählökonomie und Genauigkeit. „Allein“ war die eigentliche Sensation in Hof.
TIP Berlin 23/2004

Allein gehörte zu den überzeugendsten Beiträgen in Hof, weil er die Zuschauer mit einer Radikalität der Inszenierung konfrontierte, die sich mit der Konsequenz der Geschichte bis ins Kleinste deckte. Lavinia Wilson spielt in eindrucksvoller Klarheit die von Exzessen besessene Studentin Maria, die auf ihrem unvermeidlichen Weg in die von Abhängigkeit flankierte Einsamkeit einem herabstürzendem Meteor gleich ihre erste wahre Liebe streift. Die langen Einstellungen erzählen Marias ganze Geschichte, der Takt der Dramaturgie heftet sich an ihre Stimmungswechsel, und die Musik exekutiert jede Hoffnung. Kein bequemer Film von Thomas Durchschlag, sondern einer, der sich festbeißt und nicht mehr loslässt, weil alles an ihm stimmt.
Schnitt – Das Filmmagazin Nr. 37/2005

Thomas Durchschlags Debüt ist beseelt von dem Mut, die Gestaltung des Films der Figur und ihrer Geschichte komplett unterzuordnen. In “Allein” gibt es keinen Moment, der nach faulem Kompromiss riecht, und keine Entscheidung, die nach bloßer Konvention gefällt scheint. Und das heißt keineswegs, daß “Allein” etwa schlechter konsumierbar oder irgendwie ästhetisch durchschlagend innovativ wäre. Der Film ist einfach so radikal wie es seine Figur vorgibt und so ehrlich wie es die Geschichte vorschreibt. Und das ist es doch, was Konsequenz im Film bedeutet: das Umsetzen einer Vision ohne Abrieb am Kompromiss.
Schnitt – Das Filmmagazin Nr. 39/2005

Lavinia Wilson spielt die Bibliotheksangestellte im Teufelskreis von Sex, Tabletten und Alkohol in Thomas Durchschlags Drama mit großer Verletzbarkeit und ohne falsche Scham, zerschneidet ihre Haut und trifft die Seele. Den 30-jährigen Absolventen der Kunsthochschule für Medien interessieren Zusammenhänge zwischen dem Inneren und Äußeren einer Person, die er in schmerzhafter Offenheit langsam aufdeckt.
film-dienst 24/2004

Die 38. Ausgabe des (Hofer) Festivals erlaubte spannende Entdeckungsreisen, offenbarte neue Regietalente, ließ die Konturen aktueller Lebensgefühle sichtbar werden.
Am eindrucksvollsten bei Thomas Durchschlags Spielfilmdebüt „Allein“, dem einfühlsamen Porträt einer jungen Frau, die ihren Einsamkeitsverstrickungen nicht entkommen kann: Maria, eine Studentin, die an die Liebe nicht mehr glauben kann, die von einem fundamentalen Misstrauen gegen die Welt geprägt ist, und sich in suchtartige Exzesse mit Sex, Tabletten und Alkohol flüchtet. Lavinia Wilson schenkt dieser Figur in jeder Gefühlswendung überwältigende Überzeugungskraft – wenn in den Augenblicken der inneren Erstarrung ihr Gesicht maskenhaft einfriert, wenn in der Begegnung mit dem sanften Jan Hoffnung auf Geborgenheit keimt. Der 30-jährige Regisseur, Absolvent der Kunsthochschule für Medien in Köln, hat den Mut, Marias Figur von simplen psychologischen Deutungen frei zu halten und ihrem bewegend-vielschichtigen Geheimnis von der ersten bis zur letzten Minute treu zu bleiben.
Süddeutsche Zeitung, 2.11.2004

Thomas Durchschlags Spielfilmdebüt „Allein“, das eine Patientin mit Borderline-Syndrom in den Mittelpunkt stellt, lebt von der Mimik der Hauptdarstellerin Lavinia Wilson (die dafür zu Recht von der Jury ausgezeichnet wurde) – ihr virtuoses Spiel, das innerhalb von Sekunden Geborgenheit in Misstrauen, Freundlichkeit in blinde Wut umschlagen lässt, zeigt etwas von der unbedingten Auslieferung an den Film, die vielen anderen so fehlte.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.1.2005

Nah am Abgrund befindet sich auch die junge Studentin Maria in ALLEIN von Thomas Durchschlag, dem intensivsten Film in diesem Jahr in Hof. Maria kommt mit ihren Gefühlen nicht klar, sie kann nicht allein sein, aber auch nicht richtig zu zweit, sie nimmt exzessiv Tabletten und trinkt, sie hat wahllos Sex und einen verheirateten Geliebten. Als sie an ihrem Arbeitsplatz in der Bibliothek einen jungen Studenten kennen lernt, könnte das ihr Leben ändern. Könnte. Durchschlag verzichtet auf jede vordergründige Psychologie und auch auf jede Vorgeschichte in seinem Film, er beschreibt Situationen, in denen er den Zuschauer zwischen Nähe und Abstoßung pendeln lässt – jene Gefühle, die auch das Leben der Protagonistin bestimmen. Die wird verkörpert von Lavinia Wilson in einer schauspielerischen Tour de force, die gerade in der Erstarrung und Versteinerung ihre stärksten Momente hat.
epd Film 12/2004

Pressestimmen zu ICH GEHÖRE IHM

Diese weitgehend aus der Opfer-Perspektive karg erzählte Tragödie ist trotz (oder vielleicht gerade wegen) des Verzichts auf jeglichen Voyeurismus oder Lolita-Touch mitunter schwer auszuhalten. Buch & Bildsprache arbeiten kongenial zusammen.
Tittelbach.tv, 29.07.2017

Wie perfide die Zuhälter vorgehen und welch schlimme Folgen dies für die Teenager hat, erzählt der von Thomas Durchschlag inszenierte Fernsehfilm konsequent und mit einer enormen, bisweilen schwer erträglichen Wucht.
Der Tagesspiegel, 30.08.2017

Filmemacher Thomas Durchschlag findet eine Bildsprache, die beklemmender nicht sein könnte: Wie er Caro in Dessous steckt, die das junge Mädchen zu einer grotesken Erscheinung werden lassen. Wie er sie den Freiern zuführt und dabei von den Männern nur Ausschnitte zeigt: grantige Gesichter, schwabbelige Bäuche, Schweiß auf Glatzen. Abstoßende Bilder, die nur eins erzeugen: Mitgefühl. (…) Durchschlag zeigt das ganz alltägliche Bemühen von Müttern und Vätern, die schon ahnen, dass etwas falsch läuft, aber einfach hoffen wollen, dass schon alles in Ordnung ist. Fast absurd die Szene, als die Eltern ihre Tochter zufällig mit Cem treffen. Sie wollen ihn sympathisch finden, das Positive sehen. Dabei ist ihr Kind gerade auf dem Weg zu einem Kunden.
Berliner Morgenpost, 30.08.2017

Durchschlag („Holger sacht nix“) erzählt die Geschichte ohne jede Beschönigung (…) Als Caro den ersten Termin mit einem Freier hat, wirkt sie wie ein in die Enge getriebenes ängstliches Tier. Dazu passt die Art, wie Durchschlag die Beischlafszenen filmen ließ: Er reduziert die Männer auf Merkmale wie Wampe oder Glatze. Die Bilder sind nicht erotisch, sondern abstoßend, und wecken daher keine Lust, sondern Mitgefühl. (…)Respekt gebührt auch dem Entschluss der Verantwortlichen, dem Tonfall der Geschichte bis zum bitteren Schluss treu zu bleiben. „Wut“ und „Zivilcourage“ endeten bereits auf eine Weise, die nur Verlierer hinterließ; schon das war mutig. „Ich gehöre ihm“ geht jedoch noch einen Schritt weiter und ist bis zum letzten Bild bedrückend hoffnungslos.
Frankfurter Rundschau, 29.08.2017

Es gibt Einladungen, denen möchte man im Nachhinein lieber doch nicht gefolgt sein. Der, in diesen Film einzutreten, zum Beispiel. „Ich gehöre ihm“ heißt er. Und wenn er anfängt, sieht man ein hübsches Haus, wie es viele überall in Deutschland gibt, schwingen Türen auf. Wie im Märchen sieht das aus. Was nicht ganz falsch ist, denn „Ich gehöre ihm“ ist ein Märchen, ein garstiges, ein böses, ein leider ausgesprochen realistisches, authentisches. Es handelt von einem unscheinbaren Mädchen und einem schönen bösen Wolf. Es endet mit dem Satz: Und wenn sie nicht gestorben ist, schafft sie immer noch für ihn an. Aber wir greifen vor. Der Einladung in den von Andrea Gilges geschriebenen und Thomas Durchschlag inszenierten Film nicht zu folgen (und der zur anschließenden Dokumentation) wäre deswegen sträflich, weil „Ich gehöre ihm“ einer der relativ seltenen Fälle ist, wo ein Phänomen, auf das prinzipiell die ganze Gesellschaft mit einer fatalen Mischung aus Abscheu und Hilflosigkeit schaut, unspektakulär, ohne jede Sensationslust, ohne Zeigefingerei, geradezu karg und dennoch außerordentlich schmerzhaft vorgeführt wird. „Ich gehöre ihm“ zeigt den Maschinenraum einer fatalen Beziehung, eines gnadenlosen und zunehmend um sich greifenden Geschäftsmodells gewissermaßen, mit dem pubertierende Mädchen von Zuhältern abhängig, gefügig gemacht und in die Prostitution gezwungen werden.
Die Welt – 30.08.2017

Pressestimmen zu HOLGER SACHT NIX

Eine Familie bricht auseinander, obwohl sich doch eigentlich alle lieb haben. „Holger sacht nix“ ist eine hübsch ausgedachte Landkomödie, die die Rituale des dörflichen Lebens auf überspitzte Weise in das familiäre Beziehungschaos einbindet. Trocken die Sprache, pointiert die Dialoge, skurril einige Charaktere. Das ist nicht weltbewegend, dennoch bewegt diese kleine Welt mit den kleinen Leuten nicht wenig – und Tilo Prückner ist unnachahmlich. Trocken die Sprache, pointiert die Dialoge, skurril das gereifte Ehepaar. Kommunikation ist alles. Wenn der eine plappert, hält der andere den Mund oder umgekehrt. Das ist nicht weltbewegend, dennoch bewegt diese kleine Welt mit den kleinen Leuten nicht wenig.
Tittelbach.tv 2.10.2011

Dieser ungemein liebenswerte Film erzählt seine Geschichte mit Witz, Charme und Zurückhaltung. Das gute Ende, das dieser Film, diese Geschichte nehmen wird, ist zwar einsehbar, fühlbar, zu erwarten, es lähmt aber die Figuren auf der Strecke nicht. Immer mal wieder hält das Drehbuch von Katja Kittendorf stimmige Dialoge bereit, die so klingen, als hätte die Autorin ein gutes Ohr für den Alltag und das Leben jenseits des Degeto-Bildschirms. „Skurril“ ist eigentlich ein falsches Wort für das, was auf dem Land, was im Dorf geschieht.
Das Land hat ein anderes Tempo, eine andere Traurigkeit als die Stadt, eigene Fallen, eine andere Intimität. Der Film zeigt all das, doch er findet Bilder, die nicht nur komödiantisch sind, sondern auch Lebenswirklichkeit erfassen. Die Rührung, die den Zuschauer erfasst, hat nichts Falsches, weil dieser Film (Regie: Thomas Durchschlag) angenehm unterhält, er treibt seine Figuren in keine schwarze Verzweiflung, aber er verschweigt nicht, dass diese Figuren auch verzweifelte Wege gehen könnten, wenn sie nicht in dieser Komödie unterwegs wären.
Was dieser Film so schön einfängt, ist die ländliche Mentalität. Dass etwas „skurril“ oder „verschroben“ ist, davon wissen das Dorf und seine Bewohner nichts. Es ist einfach so, wie es ist auf dem Dorf, manches wirkt sonderbar-sonderlich, manches ist grotesk, aber der Film erhebt sich nicht darüber, stellt es nicht aus und macht aus dem Dorf keine Insel der Deppen. Fast alle Figuren hier hatten irgendwann große Träume – jede von ihnen hatte dieses Bekenntnismoment –, und in diesen Szenen, wenn die Figuren von ihrem Scheitern sprechen (ohne dass wir dabei in einem Dorfteich voller Sentimentalität versinken), ist der Film am schönsten, weil sein Trost nicht billig ist und nicht verlogen. Gelingt etwas im Leben, trägt es immer auch Unglück in sich. Früheres und vielleicht auch kommendes. Das spricht der Film, der dunkle und derbe Töne hat, aus.
Funk Korrespondenz, 21.10.2011

„Holger sacht nix“ ist eine warmherzige Komödie um Familie und Versöhnung. Wobei die Protagonisten erst erkennen müssen, dass sie nur gemeinsam wirklich stark sind. Zusammenhalt, Vertrauen und Kommunikation sind schließlich die stärksten Problemlöser. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, wurde von Regisseur Thomas Durchschlag allerdings in einen stimmigen Fernsehfilm mit authentischen Figuren verwandelt.
dapd

Drehbuchautorin Katja Kittendorf und Regisseur Thomas Durchschlag drehten mit ihren Stars Prückner, Antoni und Köhler einen kleinen, sympathischen Film, der große, unsympathische Probleme umspielt: die Landflucht, die Geschäftemacherei mit Grund und Boden und Tierzucht, die Perspektivlosigkeit der jungen und die Ausgrenzung der alten Leute. Im Mittelpunkt aber stehen die Charakterstudien: der enttäuschte alte Landwirt, der das Maul nicht aufkriegt und sich lieber mit seiner gesamten Familie überwirft als sich einmal aufzuraffen und reinen Tisch zu machen; Quasselstrippe Lilo, die ins Leben ihrer Lieben ständig reinregiert, bis ihr alle davonlaufen; Olga, die Hübsche, die mal groß rauskommen wollte und nun lernt, dass man auch dabei klein anfangen muss. Die Saat ist aufgegangen, die kleine bescheidene Komödie sprießt.
Der Tagesspiegel, 25.10.2011